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Das mysteriöse Absterben schlupfreifer Jungtiere


Im März 2014 verlor ich von einem Gelege mit 23 perfekten Eiern ohne ersichtlichen Grund 70% der Tiere. 13 dieser Tiere starben während oder innerhalb von 36 Stunden nach dem Schlüpfen. Dies war der Anlass, mich intensiver mit diesem Thema zu befassen.


Es ist ein bekanntes Phänomen in der Chondrozucht, das viele Züchter weltweit beschäftigt. Weshalb sterben voll entwickelte, scheinbar gesunde Jungtiere trotz vermeintlich optimaler Bedingungen kurz vor, während oder unmittelbar nach dem Schlupf? Für einzelne Tiere mag dies noch durch nicht offensichtliche genetische Defekte im Rahmen einer erwünschten natürlichen Selektion nachvollziehbar sein oder kann als Überforderung des Organismus bei der Umstellung auf des Leben ausserhalb des Eies verstanden werden, aber weshalb kann dies auch eine Mehrzahl der Neonaten betreffen und sogar zum Verlust ganzer Gelege führen?

Wenn man die verschiedenen einschlägigen Foren durchforstet bekommt man den Eindruck, dass dieses Problem gar nicht so selten auftritt. Unter Berücksichtigung der Annahme, dass vermutlich eher über gute Zuchterfolge und weniger über schlechte Resultate berichtet werden dürfte, ist der Anteil solcher Fälle wahrscheinlich noch grösser.

In der Chondro-Literatur wird diesem Phänomen erstaunlich wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Wenn überhaupt wird es nur kurz erwähnt, ein klein wenig ausführlicher noch im Buch von Hoffmann/Motz. Einzig von Michèl Kroneis habe ich einen ausführlichen Artikel dazu gefunden (Der Grüne Baumpython – vom mysteriösen Absterben schlupfreifer Jungtiere / Terraria – Elaphe / Heft 36 / 2012 NTV / DGHT), nachzulesen auch auf dessen Homepage resp. in seinem Online Buch, pp 83-102, kostenloser download hier.

Wie bei allen unklaren Phänomenen gibt es natürlich auch hier jede Menge Hypothesen, die mich alle nicht so richtig überzeugen können. Jeder Züchter macht seine eigenen guten und/oder schlechten Erfahrungen und wenn es einige Male sehr gut läuft, glaubt man alles im Griff zu haben, bis dann plötzlich ein unerklärlicher Rückschlag erfolgt.
Letztlich gilt es zu akzeptieren, dass wir auch in der heutigen Zeit immer wieder mit Naturphänomenen konfrontiert werden, die wir mit unserem beschränkten Horizont zum aktuellen Zeitpunkt einfach noch nicht verstehen (und vielleicht auch gar nie verstehen werden).