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Haltung




Bezüglich der geeigneten Terrarienmasse finden sich endlose Diskussionen in Internetforen. Ich persönlich halte mich an die Empfehlungen von Greg Maxwell, der für adulte Tiere eine Mindestgrösse von 91 x 60 x 60 cm (BxTxH) für angemessen hält und von einer Breite über 122cm und einer Höhe über 76 cm abrät, da dadurch die optimale Temperatur und Luftfeuchtigkeit nur schwer einzuhalten sind.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Tiere ausserhalb einer Verpaarung einzeln zu halten, keinesfalls sollten zwei männliche Tiere vergesellschaftet werden, da sie sich u.U. schwere Verletzungen zufügen können.


Eine Bauanleitung für die von mir verwendeten Terrarien aus Doppelstegplatten habe ich hier (Teil 1  Teil 2)

im Schlangenforum gepostet.


Wichtig für das Wohlbefinden der Tiere ist eine ausreichende Bepflanzung mit Versteckmöglichkeiten, am besten mit echten Pflanzen, die gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Besonders geeignet sind z.B. Philodendron scandens (Baumfreund) und Scindapsus pictus (gefleckte Efeutute).


Zur Beleuchtung benutze ich Osram FH 21W/865 Lumilux T5 HE Cool Daylight Leuchtstofflampen. Ein Nachteil ist deren Wärmentwicklung, die es nötig macht, bei extremen Sommertemperaturen die Beleuchtung auszuschalten, um eine Überhitzung der Terrarien zu vermeiden. Da LED-Leuchtmittel immer günstiger werden,  wären diese wohl eine problemlosere Alternative.


Zur Beheizung verwende ich Pro Heat Panels von ProProducts aus den USA. Sie sind bezüglich Qualität und Langlebigkeit konkurrenzlos. Der Vorteil von Heat Panels gegenüber den immer noch oft verwendeten Keramik-Heizelementen/Keramik-Dunkelstrahlern (“Elstein”) ist die geringe Bauhöhe und die tiefere Oberflächentemperatur (max. ca. 60° C), sodass auch ohne Schutzkorb keine Verletzungsgefahr besteht. Keramik-Heizelemente sollten grundätzlich nicht mehr verwendet werden. Sie haben eine Obeflächentemperatur von 400 - 700 °C und strahlen somit mit sehr langwelliger Infrarotstrahlung. Eine solche ist im Sonnenlicht nicht vorhanden, somit unnatürlich und auch gefährlich, weil sie nur die obersten Hautschichten und kaum die inneren Organe erwärmt (eine sehr gute Zusammenfassung zur Physik elektromagnetischer Strahlung in der Terraristik hat die Physikerin Sarina Wunderlich publiziert). Es wird auch postuliert, dass Infrarotstrahlung mit einer solch hohen Temperatur eine starke Irritation der Labialgruben resp. Grubenorgane bei Boiden und Grubenottern bewirkt.


Zur Steuerung benutze ich die proportionalen Thermostate von Spyder Robotics die äusserst präzise und zuverlässig sind. Es gibt sie in Ausführungen, die ein, zwei oder vier Terrarien separat steuern können. Sie können einfach selbst geeicht werden. Ich verwende sie auch zur Regelung des Inkubators und erreiche damit eine Temperaturstabilität von +/- 0.1 °C. Bestellt habe ich sie bei „The Bean Farm“, die auch nach Europa liefern. Mit einem Transformator lassen sich die 120V Geräte problemlos bei uns verwenden.

Grundsätzlich genügt durchaus auch ein einfacher on/off Thermostat.


Die Temperatur im Terrarium beträgt tagsüber 30°C, gemessen am obersten Ast 20 cm direkt unter dem Heat Panel. Dieses ist im seitlichen 1/3 platziert, was auf der anderen Seite eine Temperatur von ca. 27°C ergibt. Nachts senke ich die Temperatur um 5°C ab.

Die nötige
Luftfeuchtigkeit wird durch einmal tägliches, morgendliches Sprühen von Hand mit boilerheissem Wasser gewährleistet, im Winter allenfalls auch zusätzlich noch abends. Die rel. Luftfeuchtigkeit sollte nicht unter 60% fallen und zusätzlich 1-2 x täglich für je 2-3 Stunden auf über 80% ansteigen. DieMessung sollte dabei nicht direkt unter der Heizquelle erfolgen. Wichtig ist, dass das Terrarium dazwischen wieder abtrocknen kann. Da handelsübliche Hygrometer ungenau und die rel. Luftfeuchtigkeit durch ihre Temperaturabhängigkeit nicht sehr aussagekräftig ist (die Verwendung der Taupunkttemperatur wäre sinnvoller), verwende ich keine Hygrometer mehr. Als Faustregel reicht es, wenn die Scheiben nach dem Sprühen bei normaler Zimmertemperatur für 2-3 Stunden beschlagen sind und dann bis zum Abend langsam abtrocknen. Durch die Nachtabsenkung der Temperatur steigt dann die rel. Luftfeuchtigkeit wieder etwas an.

Anfänger haben oft Probleme, die Luftfeuchtigkeit genügend hoch halten zu können, was meist durch zu gross dimensionierte Lüftungsflächen bedingt ist. Bei meinen Terrarien von 100 x 70 x 70 cm habe ich mit je zwei runden Öffnungen von 4 cm Durchmesser unten für die Zuluft und auf der gegenüberliegenden Seite oben für die Abluft optimale Bedingungen.

Allerdings ist die Luftfeuchtigkeit auch nicht so kritisch, wie dies oft befürchtet wird und sollte keinesfalls über längere Zeit zu hoch sein. Letztlich muss für jedes Terrarium ein Gleichgewicht zwischen Häufigkeit und Ausmass des Sprühens, dem Luftaustausch, der Terrarienausstattung mit feuchtigkeitsspeicherndem Substrat und Pflanzen und den klimatischen Bedingungen ausserhalb des Terrariums gefunden werden.

Es gibt inzwischen auch Berichte von Haltern, die ohne Probleme ganz auf’s Spühen verzichten und nur noch in grösseren Abständen das Bodensubstrat befeuchten.


Schlüpflinge dagegen sind besonders während der ersten 3 Lebensmonaten sehr empfindlich gegenüber Austrocknung und benötigen eine konstant höhere Luftfeuchtigkeit. Ich halte sie während der ersten 6 Monate in Kunstoffboxen mit 80-100% rel. Luftfeuchtigkeit bei einer konstanten Temperatur von 29°C ohne Nachtabsenkung.


Zum Sprühen verwende ich zur Verminderung von Kalkablagerungen im Terrarium entkalktes Wasser, dass ich in einem Wasserkocher kurz erwärme. Entgegen den oft gehörten Horrorgeschichten ist entkalktes oder auch destilliertes Wasser nicht gesundheitsschädlich und letztlich nichts anderes als (sauberes) Regenwasser.

Abraten würde ich von Ultraschall-Verneblern, einerseits aus hygienischen Gründen und andererseits, weil sie die Luft abkühlen. Verdampfer sind hier besser, können aber zu Verbrühungen führen und verbrauchen viel Energie. Beregnungsanlagen halte ich nur bei sehr grossen Terrarienanlagen für sinnvoll. Am besten bewährt sich immernoch das Sprühen von Hand, was gleichzeitig auch die tägliche Kontrolle des Terrariums gewährleistet.


Als Bodengrund verwende ich Haushaltpapier. Durch die vorhandene Blende unten am Terrarium und durch die darüberliegenden Pflanzen sieht man den Boden kaum, sodass ästhetische Aspekte keine Rolle spielen. Kot und Urin sind dagegen gut sichtbar, lassen sich einfach entfernen und die nötige Hygiene ist optimal gewährleistet.



Auf einer separaten Seite gehe ich noch auf einige Chondro-Mythen ein, die immer wieder auftauchen und offenbar nicht auszurotten sind.


Weitere detaillierte Informationen zu M. viridis und dessen Terrarienhaltung habe ich in einem Caresheet zusammengefasst:


Download PDF Caresheet